Sylt Natur

Der Kern Sylts ist eine saale-eiszeitliche, durch Gletscheraufschiebungen gebildete Endmoräne. Im Verlauf der nach-weichsel-eiszeitlichen (Ende der Weichselvereisung vor etwa 10.000 Jahren) Meeresspiegelhebungen um über 100 m wurde aus dem ursprünglichen Festlandbereichen ein Küstengebiet. Durch verherende Sturmfluten wurde das tiefer liegende Land zum heutigen Meeresgrund, der heute Teil des Wattes ist.

Ihre exotische Form hat Sylt durch den zentralen Geestkern von dem nach Norden und Süden sogenannte Nehrungshaken, langestreckte schmale Dünenstreifen ausgehen. Der Tidestrom (Ebb- und Flutstrom) formt die Spitzen. Im Schutz dieser Haken bildet sich die Marsch durch Aufschlickung.

Sylt selbst besteht aus drei Geestkernen, die Teil der Sylt-Föhrer Endmoräne sind. Dort wo der Geestkern dem ständigen Angriffen des Meeres ausgesetzt ist bilden sich imposante Kliffe, so das Rote Kliff bei Wenningstedt und Kampen, das Weiße Kliff bei Braderup und das Morsum Kliff bei Morsum. Auf den Nehrungshaken und oberhalb des Roten Kliffes ist eine Dünenlandschaft durch die vom Windverfrachteten, durch das Meer an Land gespülten Sandmengen entstanden. Diese Dünen wandern durch den Sandtransport des Windes, so sie nicht durch Strandhafer befestigt wurden, als Wanderdünen, von denen Sylt die größten in Europa hat.

Im Verlauf der Besiedlung der Dünen durch Pflanzen folgen verschiedene Pflanzenarten, schließlich auch die Heide, welche die Dünentäler im August in eine violette Farbenpracht tunkt. Die Marschen sind durch feuchte Wiesen geprägt.

Die Westküste der Insel ist beständig den Angriffen des Meeres ausgesetzt. Nach vielen Versuchen mit Buhnen und anderen technischen Maßnahmen hat sich bisher lediglich die Sandvorspülung als erfolgreich erwiesen, die allerdings je nach Sturmaktivität, nach einigen Jahren wiederholt werden muss. Auch auf der Ostseite der Insel sind heute - im Gegensatz zu früher - Landverluste zu verzeichnen, vermutlich durch das langsamer abfließende und durch den Hindenburgdamm gestaute Wasser sowie den leicht gestiegenen Meeresspiegel.

Das Wattenmeer, welches ehemals landfester Bereich war, ist heute ein Bereich der bei Niedrigwasser trocken fällt und bei Hochwasser einige Meter unter Wasser steht. In einem etwa 6 stündigen Rhytmus wechseln sich Ebbe (das ablaufende Wasser) und Flut (das auflaufende Wasser) durch den Einfluss der Schwerkraft des Mondes ab. Das Watt ist von unzähligen Prielen durchzogen in denen das Wasser bei Flut rasch aufläuft. Durch die großen Tiefs oder Seegatten zwischen den Inseln fließt das Wasser aus dem Watt in die Nordsee oder strömt zurück, so dass hier eine starke Strömung entsteht. Das Wattenmeer ist heute Nationalpark, es dient vielen Zugvögeln im Frühjahr und Herbst als Rastgebiet auf ihrem Weg von Afrika in die Arktis und zurück. Viele Vogelarten brüten auch auf der Insel. Bei Wanderung an der Wattseite der Insel lassen sich viele gut beobachten.

Vor der Küste Sylts ist eine natürliche Kinderstube der etwa 1,50 m großen Schweinswale, daher wurde ein Walschutzgebiet für diese Tiere eingerichtet. Die Tiere zeigen nur eine geringe Scheu und lassen sich durch die Badenden nicht stören. Sie können vom Strand aus leicht gesichtet werden. Auf Sandbänken vor den Inseln tummeln sich viele Seehunde und Robben, diese lassen sich auf Fahrten mit Ausflugsschiffen beobachten.

Weitere Informationen zur Natur erhält man auf Sylt zum Beispiel im Naturzentrum in Braderup.